Geschäftseröffnung: Schritt für Schritt zum eigenen Laden

2030 hat angerufen und will sich bei Ihnen bedanken. Warum? Ganz einfach: Einige Jahre zuvor haben Sie sich einen Traum erfüllt – mit der Eröffnung eines eigenen Geschäfts. Seither hat sich Ihr Mut im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt gemacht. Denn dank unseres Ratgebers für Ladenbesitzer konnten Sie typische Stolperfallen vermeiden. Ihr Geschäft floriert und bereitet Ihnen ganz nebenbei jede Menge Freude. Selbstständigkeit kann so schön sein! Aber was brauche ich für eine erfolgreiche Ladeneröffnung? Welche Geschäftsidee lohnt sich und wie minimiere ich mein finanzielles Risiko? Unser Ratgeber gibt Ihnen Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Denn mit uns läuft der Laden!  

Was ist ein Ladengeschäft?

Beginnen wir bei den Basics. Wenn wir von Geschäft, Laden oder Ladengeschäft reden, ist der stationäre Einzelhandel gemeint. Dieser umfasst Unternehmen, die Waren beschaffen, zu einem eigenen Sortiment bündeln und an nichtgewerbliche Verbraucher verkaufen. Als Ladeninhaber richten Sie sich also an private Endkunden und sind im Business to Customer-Geschäft (B2C) unterwegs. Das unterscheidet den Einzelhandel vom Großhandel. Denn dieser macht sein Geschäft vor allem mit anderen Unternehmen. Das nennt man dann Business to Business (B2B). 

Welche Geschäfte gehören zum Einzelhandel?

Der Einzelhandel ist enorm vielfältig. Allein in Deutschland gibt es fast 320.000 Unternehmen dieser Kategorie. Insgesamt erwirtschaftet der Einzelhandel übrigens einen jährlichen Umsatz von rund 607 Milliarden Euro und ist damit eine wichtige Säule der Wirtschaft. Geschäfte, die zum Einzelhandel gehören, sind unter anderem:

  • Bäckereien
  • Bekleidungsgeschäfte
  • Buchhandlungen
  • Deko-Geschäfte
  • Floristen
  • Geschäfte für Elektronikbedarf
  • Kioske
  • Kleine Supermärkte
  • Speilzeugläden
  • Tante-Emma-Läden

Es gibt unzählige Varianten, die alle dem Einzelhandel zugeordnet werden. Die Übergänge sind oft fließend. Doch egal, ob Sie sich mit einem Blumenladen oder einem Feinkostgeschäft selbstständig machen möchten: Unser Ratgeber für die Geschäftseröffnung ist für jeden Laden nützlich.

Wer darf ein Geschäft eröffnen?

Die gute Nachricht: Um einen Laden zu eröffnen, benötigen Sie keine spezielle Qualifikation. Selbst die rechtlichen Anforderungen sind vergleichsweise gering. Grund ist die Gewerbefreiheit, die in §1 der Gewerbeordnung (GewO) festgeschrieben ist. Es gibt aber Ausnahmen. Wer Medikamente, Tierfutter oder Waffen verkaufen möchte, benötigt eine entsprechende Genehmigung.

Bin ich für die Selbstständigkeit geeignet?

Das ist schon eine ganz andere Frage. Denn nur, weil die Hürden für eine Geschäftseröffnung relativ gering sind, heißt das nicht, dass jeder das Zeug zum Ladeninhaber hat. Sie sollten sich also vorab die folgenden Fragen beantworten und dabei ehrlich zu sich selbst sein:

  • Arbeite ich gerne selbstbestimmt oder lieber unter Anleitung?
  • Bin ich bereit, gewisse finanzielle Risiken einzugehen oder ist mir Sicherheit wichtiger?
  • Bin ich diszipliniert genug, um langweilige, aber notwendige Aufgaben wie Behördengänge, die Buchhaltung oder Verhandlungen mit Lieferanten zu erledigen?
  • Habe ich den Willen, auch in Krisenphasen durchzuhalten?
  • Ist meine Geschäftsidee gut durchdacht und nicht nur ein Luftschloss?

Ob Sie als Ladenbesitzer geeignet sind, hängt also auch von der inneren Einstellung – Neudeutsch „Mindset“ ab. Die letzte Frage müssen Sie übrigens nicht alleine beantworten. Neben Beratungsangeboten der Industrie und Handelskammern (IHK) können Ihnen auch kompetente Steuerberater zur Seite stehen und gemeinsam mit Ihnen einen Businessplan entwickeln. Später mehr dazu.

Was brauche ich für eine Ladeneröffnung?

Wenn Sie sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig machen möchten, ist eine gute Vorbereitung enorm wichtig. Neben der eigentlichen Geschäftsidee müssen auch viele andere Aspekte beachtet werden, wie zum Beispiel:

Die pünktliche Gewerbeanmeldung

Wer in Deutschland einen Laden eröffnen möchte, muss dies beim Gewerbeamt anmelden. Dort erhalten Sie einen Gewerbeschein, der Ihnen die Erlaubnis gibt, ein Geschäft zu führen. Theoretisch benötigen Sie den Gewerbeschein erst, wenn Sie eine Rechnung ausstellen oder zum ersten Mal etwas verkaufen. In der Praxis ist es natürlich sinnvoller, wenn Sie den Gewerbeschein einige Wochen vor der eigentlichen Ladeneröffnung in den Händen halten.

Notwendige Versicherungen

Bevor Sie Ihren Laden eröffnen, sollten Sie sich absichern. Eine Betriebshaftpflichtversicherung etwa, schützt Sie gegen Schadenersatzklagen beim versehentlichen Verkauf fehlerhafter Waren. Ebenfalls sinnvoll ist eine Geschäftsinhaltsversicherung. Diese sichert Sie gegen Schäden durch Einbrüche oder Vandalismus ab. Welche Versicherungen Sie brauchen, hängt auch von dem jeweiligen Geschäftsmodell ab. Im Idealfall setzen Sie sich daher mit der Versicherung Ihres Vertrauens zusammen und lassen sich eingehend beraten.

Der richtige Standort

Als Einzelhändler verkaufen Sie Ihre Waren vor allem im eigenen Ladengeschäft. Sie benötigen daher einen Standort, an dem Sie Ihr Geschäft physisch eröffnen können. Welcher Standort optimal ist, hängt von vielen Faktoren ab. Eine gute Verkehrsanbindung ist ebenso wichtig, wie eine attraktive Lage, die Laufkundschaft anzieht und natürlich eine bezahlbare Miete.

Eine ansprechende Einrichtung

Eine durchdachte, liebevolle Einrichtung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Ihre gelungene Ladeneröffnung. Denn Möbel, Deko-Elemente und clevere Stauraumlösungen entscheiden darüber, ob Sie Ihre Waren attraktiv präsentieren und den Kunden eine angenehme Atmosphäre bieten können, in der sie gerne ihr Geld ausgeben.

Ein modernes Kassensystem

Egal, ob Ihre Kunden mit Bargeld oder Karte bezahlen – ein sicheres, rechtskonformes und komfortables Kassensystem vereinfacht das Leben als Ladenbesitzer enorm. Im Idealfall handelt es sich dabei um ein All-in-One-Kassensystem, das über eine DATEV-Verbindung und viele andere nützliche Funktionen verfügt. Weil digitale Kassensysteme für den Einzelhandel so wertvoll sind, haben wir diesem Thema einen eigenen Blogbeitrag gewidmet.

Diese Punkte sind nur Beispiele. Als zukünftiger Geschäftsinhaber müssen Sie unternehmerisch denken – und das von Beginn an. Unser Tipp: Investieren Sie Zeit und Energie in einen Businessplan

Geschäftseröffnung: Brauche ich einen Businessplan?

Businessplan: dieser Begriff atmet den Geist eines BWL-Studiums und klingt nach Arbeit. Und ja – ein guter Businessplan bedeutet, dass Sie sich intensiv mit Ihrer Geschäftsidee auseinandersetzen. Aber erstens kann das jede Menge Spaß machen und zweitens hilft Ihnen der Businessplan, typische Fehler zu vermeiden. Fehler, die später teuer werden oder Sie sogar das Geschäft kosten können.

Was gehört in den Businessplan?

Hier gibt es keine Vorgaben, an die Sie sich halten müssen. Ein guter Businessplan deckt aber viele verschiedene Bereiche ab – von der grundlegenden Geschäftsidee über die Finanzierung und die Definition Ihrer Zielgruppe bis hin zur Beobachtung des Wettbewerbs. Im Internet finden Sie zahlreiche Vorlagen für Businesspläne. Diese gehen aber oft nicht genug in die Tiefe und sind nicht auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten. Auch hier kann Ihnen eine IHK-Gründungsberatung weiterhelfen. Steuerberater oder Anwälte, die sich auf Gesellschaftsrecht und Unternehmensgründungen spezialisiert haben, sind beim Erstellen oder Prüfen eines Businessplans ebenfalls eine wertvolle Hilfe. Gerade wichtige Aspekte wie die Wahl der richtigen Rechtsform oder ein mehrjähriger Finanzierungsplan mit dem nötigen Startkapital können so geklärt werden.

Muss ich vor der Ladeneröffnung Werbung machen?

Der Businessplan steht und das Gewerbe ist angemeldet? Ihre Ladeneröffnung ist nur noch wenige Wochen entfernt? Dann sollten Ihre potenziellen Kunden davon erfahren. Clever eingesetzt, können Werbung und Marketing eine große Wirkung entfalten. Wie wäre es mit einer kleinen Eröffnungsfeier, die Sie in den sozialen Medien und in der Lokalpresse ankündigen? Auch Flyer, Plakate oder Anzeigen können Kunden auf Ihr Geschäft aufmerksam machen. 

Exkurs: Was macht ihr Geschäft besonders?

Ihr neues Geschäft muss sich erst am Markt etablieren und Kunden überzeugen. Überlegen Sie also genau, was Ihr Geschäft auszeichnet und was Sie anders oder besser machen. Als Florist könnten Sie sich auf Hochzeitsgestecke spezialisieren oder Kurse zum Blumen binden anbieten. Was es auch ist: Ihr Alleinstellungsmerkmal hebt Sie von der Konkurrenz ab und verschafft Ihnen einen Vorteil im Wettbewerb.

Brauche ich als Ladeninhaber eine Website?

Selbst wenn Sie Waren wie Blumen, Deko-Artikel oder Bücher vor allem direkt über die Ladentheke verkaufen: Eine Website ist auch für kleine Einzelhandelsgeschäfte sinnvoll. Schließlich können Kunden Sie dann auch online über die verschiedenen Suchmaschinen finden und nützliche Informationen zu Ihrem Angebot oder den Öffnungszeiten einsehen. Für einfache Webseiten gibt es neben WordPress viele Baukastensysteme, die teilweise gar nicht so schlecht sind. Falls Ihr Unternehmen wächst, sollten Sie später über einen Webshop nachdenken, über den Sie Ihre Waren online verkaufen. So haben Sie in Krisenphasen ein zweites Standbein – Stichwort Corona

Geschäft eröffnen: Ihr Start in die Selbstständigkeit

Klar – dieser Ratgeber kann Ihnen nur erste Tipps für die eigene Geschäftseröffnung geben. Unsere Empfehlungen bilden aber bereits eine gute Basis. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und begleiten Sie mit unseren modernen Kassensystemen gerne auf Ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Wir sind sicher: Bald bieten Sie Ihren Kunden ein Geschäft an, dass diese nicht ablehnen können!

Nov 29, 2022
Nils Bohnensteffen

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